Auf der Mauer, auf der Lauer, …

Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ne kleine Wanze …

Mit diesem Hands-On gehe ich auf den Wunsch ein, den Amazon Echo ein wenig vor zu stellen.

Was genau ist Echo?

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Echo sind im Großen und Ganzen lediglich Lautsprecher, mit 7 Richtfunk-Mikrofonen, die man mit Hilfe von Alexa zu allen möglichen Einsatzzwecken nutzen kann. Das Aktivierungswort für Alexa kann von „Alexa“ auch auf „Amazon“ oder „Echo“ geändert werden, eine freie Definition der Aktivierung ist nicht möglich. Die Ersteinrichtung erfolgt über die Alexa Companion App, die es für Android und iOS gibt, Windows mobile Nutzer schauen ein weiteres Mal in die Röhre, schade. Das Gewicht des Echo beträgt laut Küchenwaage 1,084kg, der Dot wiegt etwas über 360g.

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An Echo scheiden sich die Geister, die einen halten es für eine Wanze, die 24/7 aufnimmt und mich ausspioniert, was erstmal richtig ist, ähnlich wie „Hey Cortana“, „OK Google“ oder auch die neue „Siri“ muss der Lautsprecher permanent lauschen, wie soll Er sonst auf das Keyword reagieren?!
Laut Amazon nimmt der Echo alle 3 Sekunden auf, speichert aber nur Daten, welche in direkter Kommunikation mit Alexa stehen in der Cloud, zur Verbesserung des Service.
Ich kann die Leute verstehen, welche sich dabei unwohl fühlen, gerade wo es um Datensicherheit in der letzten Zeit nicht so rosig steht.

Ich gehöre jedoch zu den Leuten, die der ganzen Sache etwas positives abgewinnen kann, für mich ist es relativ komfortabel per Sprache Musik zu starten, oder kurz mal nach dem Wetter zu schauen, am wichtigsten ist mir jedoch ein selbstständiges Gerät, mit dem ich auf meine Amazon-Dienste wie Musik zugreifen kann, was bisher nur über den Androiden funktionierte, gekoppelt mit der Soundbar, jetzt habe ich genau ein Gerät laufen. Das alles heißt natürlich nicht, das mir Datensicherheit egal ist, nur kann man sich heute kaum gegen gewisse Einflüsse wehren.

Am Wochenende habe ich mir mal den Spaß gemacht, in der Wiesbadener Innenstadt einfach mal „Hey Siri, wie wird das Wetter zu rufen“, erstaunlich wie viele Hosentaschen mir geantwortet haben, leider redet Google nicht, aber zumindest im Büro haben mir 4 Handys von Arbeitskollegen auf „Ok Google, wie ist das Wetter“ eine Antwort auf dem Screen dargestellt, was mich zu der gewagten These hinreißen lässt, das Otto-Normal eh schon in der 24/7 Überwachung mit Tonaufnahme steckt.
Was die Sache nicht besser macht, im Gegenteil, nur sollte man überlegen ob das Handy weniger gefährlich ist, als ein Lautsprecher im Wohnzimmer?!

So, jetzt mal zu den Geräten selber, angefangen mit dem Amazon Echo Dot (2te Generation):

Der Dot ist ein etwa Eishockey-Puck großes Gerät, an Anschlüssen stehen an der Seite des Gerätes lediglich ein 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker und ein Micro-USB Stecker als Stromanschluss. Die Oberseite ist mit Lautstärke-Kontrolle (Lauter und Leiser), der Aktionstaste und der Mikrofonabschaltung belegt. Die Einrichtung des Gerätes wird mittels der Alexa App durchgeführt, die App sucht und erkennt den Dot, anschließend kann man ein W-LAN auswählen, die Einstellungen wie Standartmusikquelle und ganz wichtig, die Einstellung für Wetter und das metrische System auswählen (default sind Fahrenheit und Meilen). Ein Lautsprecher ist in dem Dot ebenfalls verbaut, aber bei weitem nicht so hochwertig wie im großen Bruder, was einen ganz einfachen Grund hat, der Dot ist nur ein Steuergerät, er spielt zwar bei Bedarf auch Musik ab und quatscht mit einem, er ist aber in der Lage sich per BT oder dem Klinkenanschluss mit Soundbar, Stereoanlage oder anderer Geräte zu verbinden und die Kontrolle über diese zu übernehmen.

Der Amazon Echo:

Der Echo ist der große Bruder des Dot, anders als der Dot erfolgt die Stromversorgung über einen handelsüblichen Stromstecker, der Mikro-USB Stecker und auch der Klinkenstecker des Dot gibt es nicht, ebenso entfallen die Lautstärke Tasten (Lauter und Leiser). Ein weiterer Unterschied im Vergleich zum Dot ist die fehlende Möglichkeit, andere Geräte per BT an zu sprechen, lediglich der Stream von Musik vom Handy zum Echo ist möglich, schade, denke es wäre nicht unmöglich gewesen oder unsinnvoll den großen mit Soundbar und Stereoanlage zu steuern, bzw. zu koppeln. Maja, ist halt nicht. Ein weiterer Nachteil im Vergleich zu anderen Bluetooth Lautsprechern ist der fehlende Akku. Ich war bisher der irrigen Annahme, ein BT Lautsprecher wäre ein mobiles Gerät, was man nimmt um am Baggersee, Strand, oder wo auch immer etwas Musik zu hören. Aber, das wofür Er gebaut wurde, beherrscht der Echo. Für ein so kleines Gerät ist der Sound wirklich gut, soweit ich das als nicht Hi-Fi Junkie, oder allgemein Lautsprecher Laie es beurteilen kann.

Fazit:

Grundsätzlich war es mit den beiden Geräten Liebe auf den ersten Blick, im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig dass ich den Dot verkauft habe, wäre er eine nette Ergänzung zu meinem Magnat Sounddeck 600 gewesen und so im Wohnzimmer etwas besser aufgehoben, als ein zweites Gerät (dem normalen Echo). Was nicht heißt, dass der Echo ein Fehlkauf ist, wie gesagt, Sound ist super und ich habe im Betrieb nur ein Gerät am Strom, im Vergleich zur Kombination Dot + Sounddeck.
Am Ende muss jeder selber entscheiden was, bzw. ob er eines der Geräte braucht, wer auf Heimautomatisierung steht und eine vernünftige Anlage sein Eigen nennt, nimmt den Dot, wer im Schlafzimmer z.B. nur Musik hören will, nimmt den Echo und hat Wecker, Wetterstation und Radio in einem Gerät.

Anmerkung:
Als Betatester habe ich auf die Bestellung des Echo einen Rabatt von 50,-€ bekommen und im Endeffekt 129,-€ bezahlt, im regulären Verkauf liegt der Echo bei 179,99€, etwas viel für einen BT Lautsprecher wie ich finde. Der Echo liegt mit 59,99€ eine ganze Ecke unter dem großem Bruder, bei etwas mehr Möglichkeiten.

Zum Schluss noch ein Hands-On Video.

Quellen:
Echo
Dot

Update 1:

Rein der Information wegen, habe gestern vergessen es im Video zu beweisen, der Echo / Alexa reagieren auch aus Nebenzimmern auf Spracheingaben,
selbst mein Test mit dem Echo auf der (nicht aktivierten Herdplatte) bei laufender Dunstabzugshaube (Stufe 3) konnte eine Spracheingabe heute Morgen
nicht verhindern.
Da die Frage aufkam im Forum, der Echo hat auch einen gewissen Mehrwert, wenn man kein Amazon Prime Abo hat.
Im Folgenden gehe ich nochmal etwas genauer auf die verschiedenen Quellen ein, die per Default zur Wahl stehen:

Musik:
– Meine Musikbibliothek, das sind alle CD´s, die über Amazon gekauft wurden, sie stehen als mp3 Download und damit auch dem Echo per Stream zur Verfügung.
– Amazon Prime, klar, alle Songs die per Prime verfügbar sind + die Radiosender in Prime.
– Spotify
– TuneIn Radio
– Audible (für Hörbücher)

Weiterhin kann Alexa Einkaufslisten und to-Do-Listen per Zuruf erstellen, auf Wunsch sogar per Zuruf auf Amazon einkaufen (das habe ich mal sicherheitshalber deaktiviert, Kind mit komischen Ideen im Haushalt. Da kommt ein unbeabsichtigter Kauf per One-Click echt nicht gut…

Alexa kann wie im Video demonstriert Timer und Wecker stellen.

Folgende Skills / Erweiterungen stehen bereits zum Download zur Verfügung:
– Chefkoch, damit verbunden zum Beispiel: Alexa, wie ist das Rezept des Tages?
– Das Örtliche
– Toralarm
– mytaxi
– Kitchen Stories
– Lottozahlen – Lotto Info
– Gala
– Fleckentferner
– Berlin Transport (Wenn man schon keinen neuen Flughafen hinkriegt…)

Zur Heimautomatisierung stehen folgende Skills bereits zum Download:
– TP-LINK Kasa
– tado
– LIFX optimiert für Smarthome
– Netatmo Energy
– Yonomi

Da soll ja in Zukunft noch einiges nachkommen, für einen ersten Eindruck reicht es ja…

Weiterhin gibt Alexa auf Wunsch die Nachrichten weiter, dazu stehen divese Quellen zur Verfügung:
– Tagesschau in 100 Sekunden
– Spiegel Online
– Bild Top News
– Ö3 Nachrichten
– Ö3 Verkehrsinformationen
– Deutschlandfunk Nachrichten
– Wirtschaftspresseschau
– n-TV Nachrichten
– n-TV Politik
– n-TV Wirtschaft
– n-TV Sport
– Kicker Podcast
– Kicker Nachrichten
– Sky Sports
– Sky News
– The Economist: all Audio
– Wall Street Journal What´s News
– Discovery: DNews

Bei der Gelegenheit dann auch der Hinweis, das man den Google Kalender wählen kann, um sich Geburtstage oder Feiertage, etc. ansagen zu lassen.

Das soll es für das erste Update erstmal gewesen sein, evtl. folgen Weitere, das hängt von Euren Fragen, Wünschen und Anregungen ab.

 
Kommentare

Coole Geschichte und das Video ist auch 1a. Mich hat erstaunt, wie gut der Echo auch bei höherer Lautsärke auf die Befehle hört.

Habe Gestern noch den Test mit der Dunstabzugshaube gemacht, auch die hält die Kommunikation nicht auf 🙂
Habe dann noch ein paar weitere Features gefunden, wie etwa das vorlesen der Nachrichten, oder Ansagen von Fußball Ergebnissen. Ich mag das Ding langsam richtig, heute zum ersten mal live von geweckt worden, der Blick des Weibchens unbezahlbar “Alexa, halt die Fresse” und aus 🙂

Mein Kumpel hat mit dem Dot seine komplette Heimausstattung von App auf Voice umgestellt, der sagt, das war exakt eine Änderung in den Einstellungen und jetzt steuert Er 42 Teilnehmer der Heimautomatisierung damit. Der Dot gibt die Info an den Pi2, der steuert dann das Licht, die Musik, oder was Er gerade mag…

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